21. Februar 2020 11:14 Uhr

DGU - Mitgliederinformation zur aktuellen Onkologievereinbarung (Stand Januar 2020)

Die Vereinbarung über die qualifizierte ambulante Versorgung krebskranker Patienten „Onkologie-Vereinbarung“ (Anlage 7 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte) zwischen dem GKV-Spitzenverband (Spitzenverband Bund der Krankenkassen) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in Berlin wurde am 25.11.2019 verändert und trat in der neuen Fassung am 1. Januar in Kraft. Hier definiert der §3 die Teilnahmebedingungen für Angehörige anderer Fachgruppen neu, also auch für alle Urologen: Man muss die Betreuung von durchschnittlich 80 Patienten pro Quartal und Arzt mit soliden Tumoren, darunter 60 Patienten, die mit medikamentöser Tumortherapie behandelt werden, davon 20 mit intravasaler und/oder intrakavitärer und/oder intraläsionaler Behandlung, nachweisen. Im §4 wird festgelegt, dass die medikamentöse Tumortherapie im Sinne dieser Vereinbarung nicht Therapien mit ausschließlich hormonell bzw. antihormonell wirksamen Medikamenten (ATC-Klasse L02-Endokrine Therapie) umfasst. 

Dies ist weder sachlich noch fachlich akzeptabel und gefährdet im Rahmen der Leistungserbringung die Versorgung von urologischen Patienten. Die DGU war als wissenschaftliche Fachgesellschaft nicht in den Novellierungsprozess eingebunden. Laut BvDU-Präsident Dr. Axel Schroeder sei die Lage prinzipiell „im Griff“.  
Unabhängig davon hat die DGU mit ihren Gremien unter der Koordination des Vorstandsmitgliedes Ressort Wissenschaft und Praxis, Dr. Thomas Speck, dem BvDU bereits Anfang Februar unsere Mithilfe bei der fachlichen Argumentation - auch im Hinblick auf zukünftige Therapieformen wie die orale zielgerichtete Immuntherapie - angeboten. 
Ein entsprechendes Positionspapier der DGU ist hierzu ausgearbeitet worden.

Die DGU wird auch weiterhin engen Kontakt zum BvDU suchen, um ihn zu unterstützen. Wir sind uns der Verantwortung bewusst, dass nur so eine flächendeckende uroonkologische Betreuung in hoher Qualität aufrechterhalten werden kann und unterstützen unsere Mitglieder bei der Durchsetzung wissenschaftlicher Standards in der Behandlung der ihnen anvertrauten Patienten. 

Univ-Prof. Dr. med. Maurice Stephan Michel 
Generalsekretär der 
Deutschen Gesellschaft für Urologie 

Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Jens Rassweiler 
Präsident der
Deutschen Gesellschaft für Urologie

Dr. Thomas Speck
DGU-Ressort Wissenschaft und Praxis