12. April 2019 12:45 Uhr

Die neue Serie auf uro-tube: Fragen Sie den Experten!

Kennen Sie das auch? Vielleicht ein alltäglicher Fall oder ein komplexer: Sie haben noch offene Fragen und wollen von einem Spezialisten mehr zu diesem Thema wissen? Schicken Sie uns einen kurzen Fallbericht und wir veröffentlichen den Fall und die Antwort unseres DGU-Experten. Machen Sie mit!

Kennen Sie das auch?

Vielleicht ein alltäglicher Fall oder ein komplexer:
Sie haben noch offene Fragen und wollen von einem Spezialisten mehr zu diesem Thema wissen.

Schicken Sie uns einen kurzen Fallbericht auf
haas(at)uro-tube.de

wir veröffentlichen den Fall und die Antwort unseres DGU-Experten

in der Kachel Aktuellesauf uro-tube.

Bitte machen Sie mit Ihren Fällen diese Serie lebendig.


Unser heutiger Fall:

Bei einer 66jährigen postmenopausalen Frau mit nur sporadischen Harnwegsinfekten und ohne asymptomatische Bakteriurie in der Anamnese, die einen Aromatasehemmer bei Z. n. Mammakarzinom einnimmt, trat eine akute unkomplizierte Zystitis auf, die ohne weitere Diagnostik mit Monuril 3000 als Einmalgabe behandelt wurde. Trotz schnell eintretender Beschwerdefreiheit wurde in der Nachkontrolle bei sonst normalem Urinbefund eine signifikante Bakteriurie mit einem multisensiblen E.-coli-Stamm in einer Keimzahl von 106 ohne Begleitflora festgestellt. Nach der weiteren resistenzgerechten Therapie mit Ciprofloxacin 250 2 x 1 über 5 Tage wurde der Urin keimfrei.

  • Wurde die Akuttherapie leitliniengerecht durchgeführt?
  • War die Behandlung der weiterbestehenden Bakteriurie sinnvoll?

Die Antwort von Prof. Dr. Florian Wagenlehner, Gießen:

In der Akuttherapie der akuten unkomplizierten Zystitis liegt der Schwerpunkt auf der Symptomdiagnostik. Typische Symptome wie Schmerzen, Brennen, Drangbeschwerden leiten die Diagnostik. Ein validierter Beschwerdefragebogen, der Acute Zystitis Symptom Score (ACSS) hat außerhalb der Urinkultur die höchste Sicherheit eine Zystitis zu diagnostizieren. Die Behandlung mit einer einmaligen Gabe von Monuril Trometamol 3000mg ist leitlinienkonform, eine Therapiekontrolle, außer der Kontrolle von Beschwerden ist nicht notwendig. Die Urinkontrolle bei Fehlen von Beschwerden war deshalb unnötig und hat zu einer weiteren, nicht indizierten Antibiotikatherapie geführt. Generell ist eine asymptomatische Bakteriurie nur vor schleimhautinvasiven urologischen Operationen und bei Schwangeren zu therapieren. In allen anderen Fällen ist sie nicht zu therapieren und hätte in diesem Fall somit toleriert werden sollen.

Schicken Sie uns Ihre eigenen Fälle und Fragen.

Wir veröffentlichen den anonymisierten Fall und die Antwort des DGU-Experten hier auf der Kachel „Aktuelles“ auf www.uro-tube.de